Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

  • Deutschland 2016
  • 102 min
  • Großer Saal

Timm Thaler (Arved Friese) lebt in ärmlichen Verhältnissen, doch er lacht gern und viel. Sein Lachen ist so bezaubernd und ansteckend, dass der dämonische Baron Lefuet (Justus von Dohnányi) es um jeden Preis besitzen will. Und so macht der reichste Mann der Welt dem Jungen ein unmoralisches Angebot: Wenn Timm ihm sein
Lachen verkauft, wird er in Zukunft jede Wette gewinnen. Nach anfänglichem Zögern unterschreibt Timm den Vertrag. Jetzt kann er sich scheinbar jeden Wunsch erfüllen, doch ohne sein Lachen ist er ein anderer Mensch. Nur noch Timms Freunde Ida (Jule Hermann) und Kreschimir (Charly Hübner) halten zu ihm. Gemeinsam wollen
sie Timm aus den Fängen des Barons befreien und durch eine List sein markantes Lachen zurückgewinnen.

In den großen Städten mit den breiten Straßen gibt es nach hinten hinaus Gassen, die so eng sind, dass man sich durch das Fenster von einer Seite zur anderen die Hand reichen kann. Manche Leute rufen da: „Wie romantisch, wie malerisch!” Doch das stimmt nicht. Denn hinten hinaus wohnen die armen Leute. Und die wollen nur eines:
von dort weg. Auch Timm Thaler (Arved Friese) und sein Vater Hans (Bjarne Mädel) wohnen in solch einer Gasse. Timms Mutter
starb früh, der Vater verdient nur wenig Geld. Doch trotz aller Entbehrungen lacht Timm gern und viel. Sein Lachen ist so bezaubernd, dass er damit alle in seiner Umgebung ansteckt. Kein Wunder, dass Timms Freundin Ida (Jule Hermann), die Tochter der Bäckerin Frau Bebber (Fritzi Haberlandt), gern mit Timm zusammen ist.

Hans Thaler träumt vom großen Geld. Deshalb wettet er auf der Pferderennbahn. Wenn er gewinnt, so verspricht er Timm, kauft er ihm eine Modelleisenbahn und lädt ihn auf ein Brathähnchen ins feinste Grand Hotel ein. Hans Thaler träumt auch von einer richtigen Familie. Deshalb heiratet er wieder. Doch Timm versteht sich überhaupt nicht mit seiner Stiefmutter Lydia (Steffi Kühnert) und seinem Stiefbruder Erwin (Emil von Schönfels).

Dann stirbt der Vater bei einem Unfall auf der Baustelle. Am Grab ringt sein Kollege Willy (Milan Peschel) nach Worten. Gern würde Timm einen schönen Grabstein für seinen Vater kaufen. Doch die Stiefmutter sagt, dafür sei kein Geld da. Traurig geht Timm zur Rennbahn, wo ihn der geheimnisvolle Baron Lefuet (Justus von Dohnányi) anspricht. Er schenkt Timm einen ausgefüllten Wettschein, mit dem er tatsächlich 400 Mark gewinnt. Doch die
Freude währt nur kurz: Ein eleganter Herr namens Behemoth (Axel Prahl) und eine elegant gekleidete Dame namens Belial (Andreas Schmidt) stehlen ihm das Geld. Der Baron will Timm eine zweite Chance geben. Am Sonntag soll er erneut zur Rennbahn kommen.
Dort macht ihm der Baron ein ungewöhnliches Angebot: Timm soll ihm sein Lachen verkaufen. Dafür wird er fortan jede Wette gewinnen. Timm zögert, aber dann unterschreibt er den Vertrag und gewinnt beim Pferderennen sofort viel Geld.

Ida sorgt sich, weil Timm nicht mehr lacht. Und sie wundert sich, dass er plötzlich so viel Geld hat. Timm scherzt, er habe den Senator Stassen überfallen. Ida glaubt das und sagt es ihrer Mutter. Leider hört auch eine Kundin in der Bäckerei diese Geschichte. Sie erzählt es ihrer Nachbarin, die es wiederum ihren Nachbarinnen erzählt und
jede dichtet noch etwas hinzu, damit das Gerücht noch spannender wird. So weiß am Abend die ganze Straße, dass Timm den Senator Stassen brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt hat.
Lydia stellt Timm zur Rede und will ihn zur Strafe verprügeln. Timm gesteht, dass er das Geld beim Pferderennen gewonnen hat. Er ist traurig, weil er sich von Ida verraten fühlt, und Ida ist traurig, weil sie das weiß.

Der Baron Lefuet übt, wie er sein erkauftes Lachen einsetzen kann, um noch mehr Geld zu verdienen. Er beruft Behemoth und Belial zu seinen persönlichen Assistenten. Sie sollen Timm beobachten und Protokolle schreiben. Damit Timm die beiden nicht sofort wiedererkennt, verwandelt der Baron seine beiden Helfer in Ratten.
Timm testet unterdessen seine neuen Wettmöglichkeiten, aber mit jedem Gewinn wird er auch immer mehr zum Außenseiter in der Schule. Lydia nutzt Timm aus, um auf der Rennbahn zu Geld zu kommen. Doch statt dankbar zu sein, behandelt sie ihn weiterhin schlecht. Timm flieht ins Grand Hotel und lernt dort den Bartender
Kreschimir (Charly Hübner) und die Hausdame Yvonne (Nadja Uhl) kennen. Er kann als Liftboy im Hotel arbeiten und auch dort wohnen. Mit seinem alten Leben will er abschließen. Und auch mit Ida. Sie weint bitterlich und erhält Besuch vom Baron Lefuet. Timm wolle sie nicht mehr sehen, lügt der Baron, weil Ida einen Klumpfuß hat.
Er bietet ihr zwei gesunde Füße an, wenn sie ihm im Gegenzug ihre schönen Augen verkauft.

Mit einer gut überlegten Wette gelingt es Timm, dass sein Vater einen schönen Grabstein bekommt. Jetzt hat er sein Ziel erreicht. Aber er vermisst das Lachen und will den Vertrag mit dem Baron rückgängig machen. Doch wie soll er ihn finden? Er wettet mit Kreschimir, dass der Baron ins Grand Hotel kommt. Schon am Morgen darauf
treffen seine Mitarbeiter aus aller Welt für eine große Konferenz ein. Auch der Baron kommt, doch er will sein Lachen keineswegs zurückgeben. Er schaut Timm mit strengem Blick an. Timm erkennt, dass es Idas Augen sind.

Und er tut alles dafür, dass sie ihre Augen zurückbekommt.
Kreschimir versucht, hinter Timms Geheimnis zu kommen und spürt, dass dieser partout eine Wette verlieren möchte. Da hat er eine Idee: Timm soll wetten, der reichste Mensch der Welt zu sein. Solch eine Wette kann er unmöglich gewinnen. In derselben Nacht stürmen Polizisten das Grand Hotel und holen Timm ab. Er ist der
Alleinerbe des Barons Lefuet, der vier Stunden zuvor Selbstmord begangen hat. Timm ist jetzt der reichste Mann der Welt.
Die Polizei fährt ihn mit großer Eskorte zur Residenz. Dort liegt der tote Baron im offenen Sarg aufgebahrt. Doch schon am nächsten Morgen steht er wieder lebendig vor Timm. Er gibt sich als Zwillingsbruder des Barons aus und will für die nächsten sechs Jahre Timms Vormund sein. Er weiht den Jungen in seinen perfiden Plan ein, wie er mit Hilfe seines Lachens die Herzen und Geldbörsen der Menschen öffnen will. Timm merkt, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Und der Teufel weiß, dass Timm mit jeder Wette, die er gewinnt, ein Stück seiner Seele verliert.

Lefuet will mit Timm auf eine große Reise um die Welt gehen. Dabei soll er lernen, wie er die Menschen kontrollieren und sich an ihnen bereichern kann. Vorher soll er sich mit einem Benefiz-Pferderennen, dem Timm-Thaler-Cup, von seiner Heimatstadt verabschieden.
Auch Ida und Kreschimir mischen sich unter die Besucher des Pferderennens. Sie wollen Timm aus den Fängen des Teufels befreien. Doch der reiche Junge, den sie treffen, scheint nicht mehr der Timm zu sein, den sie kannten. „Ich benötige das Lachen nicht mehr”, teilt er den beiden mit. Ida und Kreschimir geben nicht auf. Als der teufliche Baron bemerkt, dass sein großer Plan scheitern könnte, setzt er Himmel und Hölle in Bewegung …

  • Regie: Andreas Dresen
  • Darsteller: Arved Friese, Justus von Dohnányi, Axel Prahl, Andreas Schmidt, Jule Hermann, Charly Hübner, Nadja Uhl, Steffi Kühnert, Bjarne Mädel, Fritzi Haberlandt, Harald Schmidt