Über uns & Geschichte

Kino Metropol Chemnitz | Maret Wolff

Zwickauer Str. 11
09112 Chemnitz

E-Mail: kontakt@metropol-chemnitz.de
Telefon: 0371 / 304 604

Öffnungszeiten

immer 30 Minuten vor Filmbeginn der ersten Vorstellung, üblicherweise:
Montag Ruhetag
Dienstag ab 17 Uhr
Mittwoch ab 10.30 Uhr und 17 Uhr
Donnerstag ab 17 Uhr
Freitag ab 15 Uhr
Samstag ab 15 Uhr
Sonntag ab 09.30 Uhr und 15 Uhr

Das Kino Metropol ist Mitglied der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater.

Die bewegte Geschichte des Kino Metropol Chemnitz

Nach Plänen des Chemnitzer Architekten Wenzel Bürger wurde 1912 und 1913 das imposante Chemnitzer METROPOL-Theater, das glanzvolle Gegenstück zu dem gegenüber liegenden Central-Theater, für die respektable Summe von einer Million Mark als Varieté-Theater, Hotel- und Restaurantbetrieb errichtet.

Der Gebäudekomplex bestand aus einem viergeschossigen Hauptgebäude mit steilem Mansardedach und einem großen mit zwei Rängen ausgestatteten Saalanbau, der 600 Personen Platz bot.
Das Bauwerk in seiner monumentalen Erscheinung war reich gegliedert, mit Reliefs und Plastiken geschmückt und von unterschiedlichen Turmaufbauten geprägt.

Die Architektur erinnert an Tempelbauten der Antike und trägt Elemente des Historismus (Barock, Klassizismus) und Jugendstils.

Die Großartigkeit der äußeren Hülle wurde im Innenraum konsequent weitergeführt. Durch das lichtüberflutete Vestibül mit Marmorwänden, Säulen und Mosaiken gelangte man in die Empfangshalle, ausgestattet mit Kronleuchtern, wertvollen Bronzereliefs und wuchtigen Treppenbalustraden.

Die Künstlerzeitschrift „Artist“ beschreibt den Saal so:

„Ein Wohlbehagen erfüllt uns im –Allerheiligsten– dieses Kunsttempels, in dem mit so einfachen Mitteln und doch wiederum auch so gediegener Pracht ausgestatteten Zuschauerraum.
Auch hier wieder wahre Lichtfluten, die Wände mit Seidentapeten bekleidet, die Seitenbrüstungen des ersten Ranges in Mahagonie, der Balkon in Mattgold gehalten, dazu ein Deckengemälde, hervorgegangen aus des Dresdner Meisters Goller Hand, das allein ein kleines Vermögen gekostet hat. Die Bühne entspricht den Forderungen moderner Cabarettkunst, sie ist einfach, aber stilvoll gehalten, besonders ist auf Bühnenbeleuchtung Wert gelegt. Das Orchester ist tief gelegt. Eine Sehenswürdigkeit für sich ist das an das METROPOL-Theater sich anschließende METROPOL-Hotel, modernstes Haus in Chemnitz / Deutschland mit erstklassigem Komfort. Eine ganze Anzahl Artisten haben sich sofort in den anheimelnden Zimmern niedergelassen.“

Der Architekt Wenzel Bürger setzte sich sowohl mit dem METROPOL als auch mit den preisgekrönten Entwürfen für die Chemnitzer Synagoge,  für Geschäftshäuser, Fabrikgebäude und einige Villen für bedeutende Chemnitzer Fabrikanten ein Denkmal.

In der überregionalen Presse war im September 1913 zu lesen:

„Damit hat Deutschland eines der schönsten Theater erhalten, das der leichtesten der Musen, der des Cabarets gewidmet ist!“

Dem Hause wurden von der Stadtverwaltung die Schankkonzession, die Singspielerlaubnis, die Tanzerlaubnis sowie die Musikschlussrunde mit folgenden Auflagen erteilt: „Es sollten darin nur lustige, bunte Abende arrangiert und dazu Kabarett, moderne Tanzakte, musikalische Nummern herangezogen, kurzum ein Genre gepflegt werden, das mit dem Varieté nicht direkt kollidiert.“

Die Eröffnung der „METROPOL-Künstlerspiele“ erfolgte am 23. September 1913 mit „14 großen Debüts“ deutscher und internationaler Stars.

In den „goldenen Zwanzigern“ wurde das METROPOL unter der Leitung seines Direktors Hermann Blum, der es schon vom ersten Tag an führte, zu einem echten Publikumsmagneten.

Kinozeit im Metropol

Der aufkommende Film Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre versprach dennoch mehr Gewinn. So wurde das METROPOL-Theater durch die Aktiengesellschaft in ein Lichtspieltheater umgebaut. Von 1936 bis zum Ende des 2. Weltkrieges firmierte das Haus unter „Filmpalast-METROPOL“.

1945 erlitt das Gebäude bei der Bombardierung der Chemnitzer Innenstadt starke Schäden. Die Dächer und Turmaufbauten wurden völlig zerstört.

Nach 18-monatiger Instandsetzung und dem vereinfachten Wiederaufbau des Daches, wobei das Gebäude um eine Etage verkürzt wurde, erfolgte am 22. April 1947 die Wiedereröffnung der METROPOL-Lichtspiele als neuntes Kino in Chemnitz.

„Die Fledermaus“ flimmerte als erster Filmstreifen über die Leinwand.

Anfang der fünfziger Jahre wurden im ehemaligen Hoteltrakt Wohnungen hergerichtet.

Eine komplette Rekonstruktion im Saalbereich und an der Fassade fand in den achtziger Jahren statt, u. a. mit Putzerneuerung, Erneuerung der Haupteingangstüren in Metall, aber auch leider die Beseitigung der vier Plastiken über dem Mittelresalit.

Nach der Wende übernahm die Ufa (Universum Film AG) das METROPOL, konnte aber das Konzept gegen die neu entstandenen Kinobetreiberketten Mitte bis Ende der 1990er Jahre nicht aufrecht erhalten.

Das Haus wurde am 30. April 1998 geschlossen, allerdings nicht lange, denn am 03. September 1998 eröffnete das Hamburger Unternehmen „Kino Kino Entertainment“ das METROPOL erneut.

Sieben Jahre betrieb die Hamburger Firma KKE das Haus als Sparpreiskino, um sich Ende 2005 aus Chemnitz zurückzuziehen.

Aber bereits nach 12 Tagen Schließzeit eröffnete eine Chemnitzerin, Evelin Paulat, als private Betreiberin das METROPOL Chemnitz erneut.

Das Vestibül, die Empfangshalle, der Kinosaal bekamen endlich einen neuen Anstrich, die 371 Polstersitze wurden aufgearbeitet und gereinigt, Teppichböden, Vorhänge, Wandbespannungen wurden fachmännisch gereinigt, der Verkaufsbereich neu gestaltet, die Sanitäranlagen auf heutiges Niveau saniert.

Über 10 Jahre baute Evelin Paulat aus dem Haus mit dem Ruf des Billigkinos ein bei den Chemnitzern wieder beliebtes und häufiger besuchtes Familienkino. Als klassischer „Nachspieler“ zeigte sie vom Blogbuster über die Kinderfilme die gängigsten Titel – nur eben einige Wochen später als die Kinoketten. Dafür war und ist hier die Kinokarte und das Popcorn auch erheblich preiswerter, als in den Multiplexen.

Vom Kino zum Filmtheater

2016 wurde es Zeit für die Rente und Evelin Paulat suchte nach einem Nachfolger für das Kino Metropol. Gefunden hat sie die in Maret Wolff. Die gebürtige Berlinerin zog für das Projekt Metropol mit der Familie nach Chemnitz und gibt nun den Ton an im ältesten Kino der Stadt Chemnitz. Ihr Konzept:

„Ich komme aus der Programmkino-Ecke. Dahin werde ich das Metropol weiterentwickeln. Doch das ist ein Balanceakt. Nur Programmkino ist fast nicht möglich mit diesem wunderschönen, aber mit seinen über 370 Plätzen riesigen Saal. Es gilt, die Farbe Arthouse-Kino ins Programm einzubauen und die großen Titel ebenfalls anzubieten.
Ob Kinderwagenkino am Mittwoch früh, Dokumentationen in der DonnersDOK, Filme im Original mit Untertiteln am Mittwoch abend oder die klassische Kindervorstellung am Sonntag morgen – das Metropol soll ein Kino für alle sein und noch mehr werden.“